Ein Wochenende nur für mich


Wochenende nur für mich

Mein Mann und ich sprechen alle paar Monate unsere Termine durch. So auch am Anfang des Jahres. Dass mein Mann beruflich sehr eingespannt ist, war mir immer bewusst, aber an diesem Tag sprengten die vielen Termine den Kalender. Ein Übernachtungstermin folgte dem nächsten, so dass er in den ersten paar Monaten des Jahres mindestens einmal die Woche über Nacht weg sein würde.

Da der Mausejunge eher zur Sorte der etwas anstrengenden Kinder gehört und auch die Nächte immer noch nicht durchschläft, wurde mir mit jedem Termin, den mir mein Mann vorlas, schlechter. Eine Nacht ohne den Papa geht, bei zwei oder mehr wird es schon schwierig. Vor allem, wenn ich selbst am nächsten Tag halbwegs ausgeschlafen und fit bei der Arbeit sein soll. In mir wuchs der Wunsch, auch endlich mal etwas Zeit für mich zu haben.

Ich möchte mich an dieser Stelle keineswegs über unsere Lebenssituation beschweren. Wir waren uns schon vor der Schwangerschaft darüber einig, dass er seinen Job weiterhin in Vollzeit ausüben und ich meinen Job mit sehr viel Reisetätigkeit etwas herunterfahren würde. Und mir ist auch bewusst, dass es die vielen Alleinerziehenden wahrscheinlich wesentlich schwerer haben als ich.

Trotzdem dachte ich zum ersten Mal, seit der Mausejunge auf der Welt ist, darüber nach, wie wohl so ein kleiner Kurzurlaub ohne meine Familie aussehen könnte. Und je länger ich darüber nachdachte, um so besser gefiel mir die Vorstellung. Als ich dann auch noch ein passendes Angebot im Internet fand, war die Sache beschlossen.

Für den Papa war es auch ok, dass er mal ein Wochenende mit dem Mausejungen alleine bleiben sollte und deshalb geht es am Freitag für mich nach St. Peter-Ording zu einem bestimmt richtig tollen Yoga-Wochenende.

Ich freue mich schon so sehr darauf, endlich mal wieder etwas nur für mich zu machen. Ich nehme mir zwar auch so immer wieder kleine Auszeiten (die Yogastunden oder Sport am Wochenende oder auch einfach mal eine Stunde im Café), aber wirklich einmal einen ganzen Tag nur das zu machen, worauf ich Lust habe, fühlt sich im Moment ziemlich ungewohnt an. Und ich muss gestehen, dass es das ist, was ich als Mama am meisten vermisse: einfach mal in den Tag hineinleben – ohne jegliche Fremdbestimmung.

Nach der ersten Vorfreude kommen jetzt, wo das Wochenende immer näher rückt, auch ein paar Zweifel. Ist es egoistisch? Sollte ich mein Wochenende nicht mit meiner Familie verbringen? Und der blödeste Gedanke überhaupt: schaffen das die beiden überhaupt alleine? Auf einmal kommt doch ein Stück der Helikoptermama, die ich nie sein wollte, aus mir heraus.

Ich werde natürlich trotzdem fahren und ich wette, dass ich mich wunderbar erholen werde und umso entspannter zurück komme. Und wir wissen ja: geht es der Mama gut, fühlt sich auch das Kind wohl.

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