Mama, geh nicht weg!


Quelle: Pixabay

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Eigentlich dachte ich, wir hätten diese Phase schon hinter uns. Aber seit einigen Tagen sind die Schwierigkeiten wieder da. Der kleine Mann weint, klammert sich an mich, ruft nach mir. Die Trennungsangst hat ihn wieder in seinem Griff.

Die sogenannte “Fremdelphase” fängt bei Kleinkindern meist mit ca. 18 Monaten an. Mama oder Papa dürfen sich am besten keinen einzigen Millimeter weg entfernen, wenn eine fremde Person das Kind zu lange anschaut, fängt es an zu weinen. Das kennen alle Eltern. Bei unserem kleinen Mann war diese Phase kaum spürbar. Er war weiterhin genauso freundlich zu allen, wie zuvor auch.

Auch die Eingewöhnung in die Kita lief problemlos und er geht gerne dort hin. Ich muss morgens früher los, der Papa macht den kleinen Mann fertig und bringt ihn in die Kita. Seit ein paar Tagen hat sich aber etwas geändert. Wenn ich versuche aus dem Haus zu gehen, weint der kleine Mann ganz herzzerreissend und drückt sehr deutlich aus, dass ich ihn mitnehmen oder am besten gleich mit ihm zuhause bleiben soll.

Und auch nachmittags muss ich jetzt öfter hören, dass ich zu viel arbeite und immer zu wenig Zeit habe. Natürlich meldet sich dann das schlechte Mama-Gewissen. Dabei hat sich in den letzten Monaten an meiner Berufstätigkeit überhaupt nichts geändert.

Da hilft es zu wissen, dass die Angst vor Trennung bei Kindern immer wieder auftreten kann, bei manchen sogar bis in die Schulzeit hinein.

Um diese Phase für uns alle etwas leichter zu machen, habe ich mir ein paar Tricks ausgedacht:

1. Ich stehe eine Viertel Stunde früher auf, als ich müsste. Meistens steht der kleine Mann dann auch auf und wir haben genug Zeit, noch ein Buch anzuschauen, zu kuscheln oder einfach ein bisschen zu reden. Oft hilft eine zusätzliche Umarmung und die Welt sieht schon wieder ein bisschen freundlicher aus.

2. Ich kündige alle Trennungen an. Jeden morgen erkläre ich ihm ganz genau den Tagesablauf und wann ich ihn wieder abhole. Auch wenn ich nur für eine Stunde zum Sport gehe und er bei Papa bleibt, erkläre ich ihm genau, was passiert.

3. Daran schließt sich gleich der nächste wichtige Punkt an: ich achte darauf, Abmachungen einzuhalten! Er muss sich darauf verlassen können, dass ich ihn auch pünktlich abhole, wenn ich das angekündigt habe. Nur so kann er Vertrauen aufbauen und sich in der Zeit, in der wir getrennt sind, trotzdem entspannen.

4. Abschiede kurz halten! Nachdem ich ihm den Ablauf erklärt habe, verabschiede ich mich zügig, damit er sich erst gar nicht in die Situation hineinsteigert.

5. Und am aller wichtigsten: Ernst nehmen! Ich höre ihm zu und versuch seine Gefühle nachzuvollziehen.

Ich hoffe, dass es sich nur um eine kurze Phase handelt und er bald wieder genug Vertrauen hat.


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Ein Gedanke zu “Mama, geh nicht weg!

  • Küstenmami

    Vielen Dank für Deinen Beitrag und die guten Tipps!

    Unsere Küstenkinder trennen sich beide nicht sonderlich gerne, auch wenn es bei dem “Großen” gerade etwas besser geworden ist. Ihm kann ich auch schon ein bisschen was erklären; der kleinen Maus natürlich noch nicht…

    Viele liebe Grüße, Küstenmami